Penta - das neue Album von Tibetréa ab 30. Oktober 2020

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Tibetréas fünftes Studioalbum: Penta

Ist es nicht langweilig, ein neues Album einfach mit einer Zahl zu betiteln? Möglicherweise auf den ersten Blick. Tatsächlich steht die griechische Fünf aber für weit mehr als nur die Albumnummer der neuen Tibetréa-Produktion und hat letztlich sogar etwas mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun, die deutlichen Einfluss auf das Werk der Band nahm.

Im Album "Penta" verbindet sich der vor inzwischen 13 Jahren eingeschlagene musikalische Weg der fünf Musiker mit einer neuen Klangwelt, die einen höheren Wiedererkennungswert hat. Schlagzeug und E-Bass bilden das rockige Korsett, das allen Songs der Platte einen gemeinsamen Nenner gibt, ohne dass die Vielfalt, welche die Band immer schon zum Schwerpunkt ihres Schaffens machte, verloren geht. Denn innerhalb des groovenden Rahmens, der Tibetréas Musik festivaltauglicher macht als bisher, bleibt viel Raum für das Spiel unterschiedlicher Folkinstrumente wie Harfe, indisches Harmonium, irische Low Whistle, Indianerflöte, Glockenspiel oder Cister. Die moderne Komponente spürt der Hörer auch in den Linien der Trompete, die als Markenzeichen der Band gilt. Einflüsse aus Jazz, Reggae oder Funk sind auf dem aktuellen Album stärker zu hören als auf älteren Werken der Band. Neu ist auch eine größere Vielfalt im Gesang. Neben den wandelbaren Stimmen der beiden Frontsängerinnen Elisabeth und Mirán kommen zwei männliche Sänger bei den Penta-Songs verstärkt zum Einsatz: Martinus Magnus, der Trompeter der Band, und als Gastmusiker Benjamin Baindl, der eigentlich einer der Live-Techniker der Gruppe ist, und bisher hauptsächlich am Didgeridoo zum Einsatz kam.

Trotzdem beschreitet die Band keine gänzlich neuen Pfade, lediglich der Blickwinkel hat sich gewandelt. Was bleibt ist die Neugierde auf fremde Kulturen und die Faszination für alte Sagen, Mythen und Legenden. Und so lädt die Band zum fünften Mal ein, zu einer fantastischen Reise durch Raum und Zeit. Die Magie wird oft symbolisiert durch das Pentagramm, jenes regelmäßige Fünfeck ohne Anfang und Ende, das ebenso als Idee hinter dem Albumtitel steckt. Erste Zeugnisse dieses Zeichens finden sich als vorgeschichtliche Felsenzeichnungen in den Alpen, später wird es zum Symbol verschiedener religiöser Kulte, Philosophien und Bünde. In gleicher Weise spannen die Einflüsse, die Einzug in die neue Arbeit Tibetréas gefunden haben, einen weiten Bogen durch die Jahrhunderte und über den Globus: schamanische Kulte, antike Texte von Ovid und Seneca, mittelalterliche Sagen aus Kroatien, Schweden oder Schottland, Gedichte von Ludwig Uhland oder Edgar Allan Poe aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Die Fünf spielt auf ein weiteres Thema an, das der Band besonders am Herzen liegt: die tiefe Verbundenheit mit der Natur und die Achtung vor allem, was uns umgibt. Zwei Pagan-Folk-Titel finden sich auf der neuen Scheibe: "Earth My Body“ und "Rain“. Sie beschäftigen sich mit den vier Elementen: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Doch gibt es noch ein fünftes Element, das oft vergessen wird: der menschliche Geist.

In der Zeit des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie, fiel die Band zunächst, wie viele andere, in ein Vakuum. Endet die Kunst, wenn sich Musiker selbst nicht austauschen und nicht mehr mit ihrem Publikum in direkte Interaktion treten können? Die vielen positiven Reaktionen von Fans und befreundeten Künstlern, zu dem Entschluss, gerade in dieser Zeit ein neues Album zu erarbeiten und herauszubringen, hat den Musikern von Tibetréa gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Gerade jetzt spielt Kunst eine wichtige Rolle, weil sie Emotionen anrührt und Impulse setzt. Zum ersten Mal entstanden Songs nicht gemeinsam im Probenraum, sondern im Homeoffice. Dies eröffnete einen neuen Blick auf die Kompositionen, distanzierter, vielleicht analytischer und gleichzeitig mit mehr Raum für die Ideen des Einzelnen. Das Ergebnis ist ein ausgefeilterer Sound, der aber nicht weniger emotional daherkommt, verbinden sich in ihm doch in besonderem Maße die fünf Musikerseelen von Tibetréa.